Welpenwissen
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Öfter werde ich mit der Frage konfrontiert, ob ich bzw. warum ich – keine Welpenspielstunde auf dem Programm habe. Dies hat seinen Grund nicht nur darin, dass ich – mit Ausnahme der Kräuter-wanderungen – nur Einzelstunden anbiete, sondern vor allem, dass Welpenschulen in den letzten Jahren zwar wie Pilze nach dem Sommerregen aus dem Boden geschossen, jedoch nicht immer sinnvoll sind.
Auch in der Wildnis haben Caniden keine „Kindergärten“. Da beispielsweise im Wolfsrudel nur die Alphatiere „berechtigt“ sind Nachwuchs zu haben, stehen Wolfswelpen nur die Geschwister als Trainingspartner (und nichts anderes ist das „Spiel“) zur Verfügung. Diese erste Prägephase haben unsere Haushunde aber in der Regel, so hoffe ich, bereits beim Züchter und privaten Besitzern von Elterntieren hinter sich.
Um wirklich eine gute Sozialisation mit Artgenossen zu erreichen, ist es unerlässlich, dass Welpen ab der 10., 12. Woche, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit beim Halter,
mit Hunden jeden Alters, aller Rassen kontrolliert konfrontiert werden
. Denn nur so können sie die „Hundesprache“ erlernen, erfahren, ab welchem Grad ihrer „Aufdringlichkeit“ sie durch ein ranghöheres Tier gemaßregelt werden, wie sie sich adulten Artgenossen ohne Stress nähern können, lernen Droh- und Beschwichtigungs-gebärden zu erkennen und anzuwenden.
Stellen Sie sich vor, in einem normalen Kindergarten wären 3 – 6jährige unter sich, ohne jede Aufsicht. Was würden sie wohl lernen?
Nicht zuletzt tauchen einige der Hunde, die überwiegend nur in Welpenstunden oder gar schlecht geführten Spiel-/Junghundegruppen waren, oft schon in der Pubertät mit ihren Haltern hilfesuchend bei mir auf. Gerade dann, wenn Ersthundehalter samt ihren Welpen aus zuviel und falscher Fürsorge und Unsicherheit den Kontakt mit erwachsenen und verschiedenrassigen Hunden eher meiden, gibt es Probleme.
Aus all diesen Gründen biete ich die Spaziergänge „Welpenwissen“ an. In einstündigen Unterrichtseinheiten an stark hundefrequentierten Plätzen und Wegen vermittle ich den Haltern die Grundbegriffe der Hundesprache. Ich gebe erste Erziehungs-, Haltungs- und Ernährungstipps und erkläre, wie Begegnungen vor Ort einzuschätzen sind, egal ob es sich um Artgenossen, „Beutetiere“, Jogger, Radfahrer, lärmende Kinder usw. handelt.